martedì 10 febbraio 2026

Der geheimnisvolle Kartenleger Rupert von Minikinovski


In einer kleinen norditalienischen Stadt beginnt die Legende eines Mannes der scheinbar aus zwei verschiedenen Leben besteht. Rupert von Minikinovski wurde in Mainz in den frühen Siebzigern geboren und führte lange Zeit ein vollkommen bodenständiges Dasein. Viele erinnern sich daran dass er jahrelang als Pizzabäcker arbeitete ein Handwerk das ihm eine erstaunliche Gelassenheit und eine fast meditative Präzision schenkte. Niemand hätte damals vermutet dass dieser ruhige Mann mit den kräftigen Händen eines Küchenarbeiters eines Tages als Erbe eines urgermanischen Wissens betrachtet werden würde. Der Wandel begann unmerklich. Rupert las nachts alte Bücher schrieb Gedichte auf Pizzakartonreste und entwickelte eine Faszination für Symbole Muster und die unsichtbaren Linien die das Leben formen. Seine Kollegen lachten darüber und nannten es seine spinnenhaften Ideen doch eines Tages legte er zum ersten Mal Karten und das erstaunliche geschah dass die Menschen darin etwas erkannten das sie nicht erklären konnten. Seitdem nennt man ihn Esoteriker Dichter und Philosoph manchmal auch Wanderer zwischen sehr alten und sehr neuen Welten. Wenn man seine Lesungen erlebt versteht man warum die Leute über ihn sprechen. Er mischt die Karten so ruhig als würde er den Atem eines alten Baumes lauschen und legt sie mit einer Präzision die an seine Pizzabäckerzeit erinnert nur dass die Stille jetzt feiner und tiefer geworden ist. Jede Karte betrachtet er mit einem Blick der zugleich mild und unerbittlich wirkt als wüsste er längst was der Besucher ahnt aber nicht zu sagen wagt. Die Ironie ist immer präsent ein kleines Lächeln an der rechten Stelle eine Bemerkung die die Schwere löst ohne sie zu verhöhnen. Sein angebliches urgermanisches Erbe wird nie direkt erwähnt doch seine Erklärungen tragen bisweilen einen geheimnisvollen Ton wie etwas das nicht in Büchern steht sondern aus generationenalten Schichten kommt die nur wenige berühren können. Manche Besucher behaupten er habe ihnen Bilder beschrieben die sie nie jemandem erzählt hatten andere sagen er kenne Wege der Seele die man nicht lernen kann. Rupert hört sich all das höflich an und wischt es beiseite als wäre es nur Staub auf dem Tisch. Heute gilt er als einer der ungewöhnlichsten Kartenleger die man treffen kann ein Mann der aus einer Mainzer Kindheit und aus einem langen Leben in Küchen eine innere Reife gezogen hat die tiefer wirkt als viele gelehrte Biografien. Seine Sitzungen führen selten zu lauten Überraschungen doch fast immer zu einer Art sanfter Verschiebung eines klaren inneren Blicks der lange nachwirkt und der vielleicht genau das ist was die Menschen seit Jahren bei ihm suchen.

 

Roberto Minichini, Februar 2026

Nessun commento:

Posta un commento