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sabato 21 marzo 2026

Die verborgene deutsche Stimme eines italienischen Dichters - Roberto Minichini


Es gibt literarische Wege, die sich dem Lärm der Öffentlichkeit entziehen und im Stillen eine eigene Intensität entwickeln. Zu diesen gehört die kaum bekannte, beinahe esoterische Erfahrung der deutschsprachigen Dichtung des italienischen Autors Roberto Minichini. Minichini ist deutscher Muttersprachler, und dennoch liegt gerade darin ein paradoxes Element dieser Arbeit. Seine Gedichte entstehen aus einer inneren Notwendigkeit, aus einem bewussten Schritt in eine Sprache, die Präzision verlangt und keine Nachlässigkeit duldet. Er selbst sagt offen, fast trocken, ohne jede Pose, dass er bisher genau fünf Leser für seine deutschen Gedichte hat, und dass einer davon er selbst ist. Diese Zahl wirkt wie eine Randnotiz, und zugleich wie ein Schlüssel zu dieser ganzen poetischen Erfahrung. Abseits der erwartbaren kulturellen Linien hat Minichini eine Reihe von Gedichten direkt in deutscher Sprache verfasst, nicht als Übersetzung, sondern als ursprünglichen Ausdruck. Diese Texte entstehen an einer inneren Schnittstelle zwischen zwei Welten, der italienischen Erfahrung und der deutschen Sprachform, die hier zu einem präzisen, oft strengen und zugleich tief durchdrungenen poetischen Instrument wird. Seine deutschen Gedichte wirken konzentriert, fast asketisch. Sie tragen eine andere Temperatur als seine italienischen Texte. Weniger Ornament, mehr Verdichtung, weniger Klangfluss, mehr gedankliche Schärfe. Die Sprache wird hier zu einem Ort der Prüfung. Warum dieser Weg gewählt wurde, bleibt im Halbdunkel. Vielleicht handelt es sich um Disziplin, vielleicht um Distanz, vielleicht um eine Entscheidung gegen jede Form von literarischer Bequemlichkeit. Diese Arbeit bleibt unbeachtet, ohne Markt, ohne Einordnung, fast ohne Leser. Und gerade darin liegt ihr eigentlicher Charakter. Sie gehört zu jenen seltenen Formen von Literatur, die sich nicht anbieten, sondern sich nur wenigen zeigen. Eine leise, strenge und eigenwillige Stimme, entstanden zwischen Nähe und Distanz.

 

Roberto Minichini, 21. März 2026

venerdì 17 novembre 2023

Magischer Ring (Gedicht von Roberto Minichini)


Magischer Ring

Eine Sammlung der Tarot Karten

Die Astrologie ist eine Wissenschaft und Kunst

Ohne Freiheit ist es nicht schön zu schwimmen

Und wo auch immer und wie auch immer

Der alte Mann saß unter dem Baum

Und träumte schöne Frauen aus dem Orient

Umgeben war er von Zärtlichkeit

Wir wandern gerne in die Ferne

Und suchen die Liebe überall

Nur die grauen und stummen Wolken

Sind unsere einzige Zeugen

 

Roberto Minichini, Görz, November 2023

Kalter Wind der uns trägt ( Gedicht von Roberto Minichini)


Kalter Wind der uns trägt

Wir sind dabei

Und Du, die Seele

Heute brauchen wir keine Zukunft mehr

Es scheint, wir sind eigentlich

Ohne Zeit

Und stehen alleine im Kalten Wind

 

Roberto Minichini, Görz, November 2023

venerdì 19 luglio 2019

Bahnhof Frankfurt

Ich fühle mich zu Hause in Deutschland
Frankfurt, meine Liebe, Frankfurt am Main
aber noch weiter führt mich die Seele
in das deutsche Land
Berlin, ich komme
Berlin, ich umarme Dich
Berlin, Vaterland

Der Weg zum Rhein

Und Du, Vatterchen - Mütterchen Rhein
scheinbar ist es Nacht
eine wertvolle Geste, ein unbekannter Freund
alles läuft umgekehrt
trotzdem man lasst sich nicht unterkriegen
von allen Seiten die Kälte
aber, unbeirrt
der Rhein bleibt die ewige Heimat

sabato 27 aprile 2019

Auf den Bergen

Auf den Bergen genießen wir die Sonne
und der kalte Wind umgebt uns
mit der Natur verbunden
eine Ekstase der Wirklichkeit